Pressemitteilung

Offener Brief zur Resolution "Zügige Ergänzungsplanung und Weiterbau der A 44" der SPD-Funktionärskonferenz Unterbezirk Werra-Meißner vom 21.5.2002 PresseübersichtA44-Weiterbau nicht zu verantworten - BUND beantragt Baustopp im Abschnitt Walburg

Kassel, 02.07.2002


IHK überschätzt Wirkungen der A44

Die AVN fordert die IHK zu einer differenzierten Betrachtungsweise hinsichtlich der Wirkungen der geplanten A44 auf. Offensichtlich gehe die IHK den noch aus den 70er Jahren stammenden pauschalen Annahmen eines positives Arbeitsplatzeffektes je neu gebauten Autobahnkilometer auf den Leim.

In dem vom BUND beim Bundesverwaltungsgerichts (BVG) eingereichten Schriftsatz wird die vom Land Hessen beabsichtigte Nachmeldung des südlich von Hess. Lichtenau gelegenen FFH-Gebietes "Glimmerode und Hambach bei Hess. Lichtenau" ausdrücklich begrüßt. Damit wird die Auffassung von AVN und BUND bestätigt, dass der hochwertige Naturraum sowohl nördlich wie südlich von Hess. Lichtenau keinen Autobahnbau verträgt. Die Ankündigung einer Nachmeldung erfolgte als Reaktion auf die Aufforderung des BVG vom 18.12.2001 an das hessische Verkehrsministerium den Nachweis zu führen, warum eine Südtrasse unzumutbar im Sinne des Naturschutzes und unverhältnismäßig wäre.

Im Schriftsatz des BUND wird mit gutachterlichen Stellungnahmen belegt, dass sich entgegen den Behauptungen des Landes sehr wohl eine Trassenvariante südlich von Hess. Lichtenau verwirklichen lässt. Diese Variante betrifft weder den Truppenübungsplatz sowie das Naturschutzgebiet "Feuchtwiesen bei Glimmerode" noch die bereits gemeldeten FFH-Gebiete. "Wenn eine Autobahn, die wir ablehnen, dennoch unbedingt gebaut werden soll, ist eine Südumfahrung das deutlich kleinere Übel", so Klaus Schotte, Sprecher der AVN.

Nach Auffassung von BUND und AVN versucht das hessische Verkehrsministerium darüber hinaus eine Südvariante schlecht zu rechnen. Es werden Mehrkosten gegenüber der Nordvariante von ca. 50 Mio. Euro genannt. Dabei hinkt der Vergleich. Nord- und Südvariante werden auf der großmaßstäblichen Planungsebene des Raumordnungsverfahrens (Maßstab 1:10.000) miteinander verglichen; die Einsparpotentiale der Detailplanung im Rahmen der Planfeststellung (Maßstab 1:1.000 und kleiner) werden ignoriert. Ein weiterer Beleg: Für die Südvariante kalkuliert das Land die Kosten für Erdarbeiten deutlich höher als bei der Nordumfahrung (24% statt 14% der gesamten Baukosten).

Der BUND hat mit seinen Ausführungen zu diesem Punkt den Nachweis geführt, dass eine Südvariante nicht mit unverhältnismäßigen Mehrkosten verbunden wäre. "Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Mit seriöser Planung hat das nichts zu tun." ärgert sich Klaus Schotte, Sprecher der AVN.

Weitere Mängel liegen hinsichtlich der Dimensionierungssprognose und der Verkehrsentlastung der B7 vor. Insgesamt zeigt sich immer deutlicher, dass keine "wasserdichte Planung" für die A44 vorliegt. AVN und BUND erwarten deshalb die mündliche Verhandlung vor dem BVG in Berlin am 16. Mai 2002 mit Spannung.


Rückfragen bitte an:
Klaus Schotte, Sprecher Aktionsgemeinschaft Verkehr Nordhessen (AVN),
Tel. 0561-878384

 

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