Pressemitteilung des Umweltbundesamts

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Berlin, 13.03.2003


Durch regionale Wirtschaftsbeziehungen Verkehr vermeiden und Wirtschaft vor Ort stärken
Umweltbundesamt veröffentlicht Studie zu Verkehrs- und Umweltentlastungen durch regionale Wirtschaftskreisläufe

Der Straßengüterverkehr nahm zwischen 1991 und 2000 um über 40 Prozent zu. Dieser Trend kann gebremst werden. Stabile regionale Wirtschaftskreisläufe könnten helfen, Güterverkehr und Umweltbelastungen zu verringern und gleichzeitig die regionale Wirtschaft zu stärken. Das geht aus einer Studie des Münchener Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung hervor. Im Auftrag des Umweltbundesamtes wurden Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren für regionale Wirtschaftskreisläufe analysiert sowie Regelungen identifiziert, die kleinräumige Wirtschaftsbeziehungen behindern. Regionale Wirtschaftskreisläufe haben im Zeitalter der Globalisierung immer mehr an Bedeutung verloren. Die Studie enthält Vorschläge, wie diese wieder gestärkt werden können. Die verursachergerechte Anlastung externer Kosten des Gütertransports – etwa Schadstoff- und Lärmbelastungen sowie Wegekosten – kann ein Schritt auf diesem Weg sein.

In einem regionalen Wirtschaftskreislauf erfolgen Produktion (einschließlich Vorleistungen), Konsum und Entsorgung eines Gutes innerhalb eines begrenzten Gebietes. Dadurch entstehen enge regionale Produktions- und Handelsverflechtungen mit kurzen Transportwegen, die in den vergangenen Jahren jedoch stetig an Bedeutung verloren. Allein zwischen 1995 und 2000 stieg die durchschnittliche Transportentfernung im gewerblichen Straßengüterverkehr um etwa 30 Prozent – von rund 88 Kilometer (km) auf 115 km pro Fahrt. Die Prognosen für Deutschland gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2015 der Verkehrsaufwand auf der Straße (in Tonnenkilometern) gegenüber 1997 zwischen 50 und 79 Prozent steigen dürfte. Um den Anstieg des Lkw-Verkehrs und damit verbundene Umweltbelastungen – wie Kohlendioxid-Ausstoß, Lärm,
Flächenverbrauch – zu verringern, sind stabile, regionale Wirtschaftskreisläufe sinnvoll.

Der Ausbau von Verkehrsverbindungen für den überregionalen Absatz – so die Forscherinnen und Forscher – schwächt die regionale Wirtschaft. Hinzu kommt eine teilweise stärkere finanzielle Förderung der Betriebe, die überwiegend für den überregionalen Absatz und den Export produzieren. Dies benachteiligt Unternehmen, die sich in der Nähe ihrer Hauptkunden ansiedeln.

Die Verkehrs-, Wirtschafts- und Regionalpolitik kann regionale Wirtschaftskreisläufe durchaus fördern. Hierzu gibt die Studie zum Beispiel folgende Empfehlungen:

  • Eine verursachergerechte Anlastung externer Kosten des Gütertransports trägt dazu bei, lange Transporte durch kürzere zu ersetzen, und kommt – zum Beispiel bei Auswahl von Lieferanten aus der unmittelbaren Nachbarschaft – regionalen Wirtschaftskreisläufen entgegen.
  • Kleinräumige Wirtschaftsbeziehungen sollten durch regionalpolitische Maßnahmen und Förderprogramme stärker begünstigt werden als überregionale Transporte und Kooperationen.
  • Transporte innerhalb einer Region sollten gegenüber überregionalen erleichtert werden (auf zusätzliche Fernstraßen verzichten).
  • Die Vorzüge und Nutzungsmöglichkeiten für regionale Produkte sollten durch bessere Vermarktung gestärkt werden.
  • Die Entwicklung flexibler Technologien, die dezentrale Fertigung zulassen, sollte stärker gefördert werden als große zentrale Produktionsstätten.


Die Studie „Entlastung der Umwelt und des Verkehrs durch regionale Wirtschaftskreisläufe“ ist in der Reihe TEXTE des Umweltbundesamtes als Nr. 67/02 erschienen, umfasst 306 Seiten und kostet 10,00 Euro. Sie ist erhältlich bei Werbung und Vertrieb, Ahornstraße 1 - 2, 10787 Berlin, Telefon 030/2 11 60 61, Fax: 2 18 13 79.

 

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05.03.2003
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14.05.2003
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