Pressemitteilung von Bündnis 90/die Grünen (Kreis Kassel)

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Kassel, 22.02.2007


Mit der Wahrheit lügen: CO2 und die A44

„Die kürzlich von der IHK Kassel vorgelegte Studie ‚Die Folgen der fehlenden A44’ ist ein Musterbeispiel für eine Untersuchung, die mit realen Zahlen und Berechnungen ein plausibles Ergebnis produziert, das dennoch im Gesamtzusammenhang falsch ist,“ stellt der Verkehrspolitische Sprecher der Grünen Kreistagsfraktion, Wolfgang Ehle, fest.

Unbestreitbar ist, dass mehr gefahrene Kilometer zu einem höheren Schadstoffausstoß führen. Dies gilt auch für den ca. einstündigen Umweg, den die LKW über das Kirchheimer Dreieck machen müssen.
Was aber passiert, wenn die A44 gebaut ist und diese eine Stunde eingespart wird? Der LKW ist eine Stunde eher am Ziel. Dies bedeutet aber keinesfalls, dass der Fahrer dort eine zusätzliche Freistunde hat und den Motor abstellt! Es wird vielmehr so sein, dass die gewonnene Stunde für die nächste Tour genutzt wird. Bei dem herrschenden Zeit- und Kostendruck kann es sich kein Spediteur leisten, seine Fahrzeuge eine Stunde irgendwo abzustellen, nur weil die Fahrer zwischen Kassel und Eisenach jetzt weniger Zeit brauchen. Die Gesamtbetriebsstunden jedes einzelnen LKW werden durch diese Abkürzung in keiner Weise reduziert. Das bedeutet auch, dass die Gesamtemissionen nicht geringer werden. Sie werden allenfalls geographisch anders verteilt.
Das Umweltargument sticht also nicht, so plausibel es im ersten Moment auch klingt. „Es entlarvt sich als gut gemachte PR-Aktion,“ sagt Ehle.

Auch der Eindruck, den die Studie erwecken will, dass die Unternehmen händeringend auf die A44 warten, muss relativiert werden. Von den 195 angeschriebenen Firmen haben gerade mal 64 das Thema für so wichtig befunden, dass sie geantwortet haben. Das sind knapp 33 Prozent. Und darunter sind 39 Firmen mit dem hohen Verkehrsaufkommen von über 3000 LKW pro Woche. Das dürften die großen Logistikbetriebe sein, die schon jetzt entlang der A7 angesiedelt sind. Und dass die ein legitimes Interesse an einem möglichst dichten Autobahnnetz haben, sei verständlich, meint der Abgeordnete. Wenn der Preis dafür aber eine dauerhafte Zerstörung von Natur und Infrastruktur ist, dann sollte die Politik genauer hinschauen. Denn die Politiker sind nicht nur der Logistikbranche verpflichtet, sondern vor allem den Bürgern, die sie gewählt haben! Der Uralt-Vorschlag, vernünftige Ortsumgehungen zu bauen, brächte die geforderte Entlastung der Anwohner und böte die Möglichkeit, eine touristische Infrastruktur aufzubauen, die auch zu realen Arbeitsplätzen führt. Eine A44 würde dieses Potential für immer vernichten.


Bei Rückfragen:
Wolfgang Ehle, Tel. 05602 916414


 

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