Pressemitteilung des VCD Hessen

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Kassel, 02.06.2009


VCD: „Task Force“ für echten Klimaschutz im Verkehr notwendig

Der Umwelt- und Verbraucherverband Verkehrsclub Deutschland (VCD) rügt die Ankündigung von Hessens Verkehrsminister Dieter Posch, den Bau der umstrittenen Autobahn A 44 (Kassel–Eisenach) mit einer speziellen „Task Force“ beschleunigen zu wollen. Fünf Tage vor der Europawahl könne man das nur als „aktionistischen Kotau vor der Auto- und Baulobby“ verstehen, so VCD-Landesgeschäftsführer Martin Mützel. „Besser wäre es, wenn Posch sinnvolle Projekte beschleunigen würde.“

Nach Ansicht des VCD müsste sich die Landesregierung intensiver um eine klima- und menschenfreundlichere Umgestaltung des Verkehrssystems in Hessen bemühen. Dazu gehöre statt der weiteren Verbesserung des Straßennetzes eine Strategie zur Verlagerung auf die umweltfreundlicheren Verkehrsträger Schiene und Binnenschiff. Mützel: „Besonders pikant ist, dass Landesminister Posch sich hier mit einem Bundesprojekt profilieren will, während der Schiennahverkehr in seinem eigenen Zuständigkeitsbereich kaum voran kommt.“ Er verweist auf den stockenden S-Bahn-Ausbau im Raum Frankfurt und die immer noch ausstehende Wiederinbetriebnahme der Regionalbahnstrecke Korbach–Frankenberg. Zudem vermisst der VCD einen angemessenen Einsatz der Landesregierung für die „Mitte-Deutschland-Bahn“ Paderborn–Kassel–Eisenach, die dem Streckenverlauf der A 44 entspricht.
Nach Ansicht des VCD ist die A 44 vorwiegend eine Transitachse, die der Region kaum Vorteile bringt. „Wer das große wirtschaftliche Aufblühen erwartet, möge sich einmal in den Orten entlang der A 44 Kassel–Lippstadt umsehen“, so Mützel. Obwohl in Thüringen deutlich höhere Subventionen möglich sind als in Hessen, stehen auch entlang der benachbarten „Südharzautobahn“ A 38 Göttingen–Halle viele Gewerbegebiete leer. Nach Ansicht des VCD gibt es praktikalbe Alternativen zur Autobahn: Die vom Durchgangsverkehr betroffenen Menschen können durch Tempolimits, die Einbeziehung der B 7 in die Lkw-Maut und Durchfahrtsverbote wie an der B 27 sofort entlastet werden. „All dies wird von der Landesregierung und ihrer Straßenbauverwaltung strikt abgelehnt; man nimmt die Anwohner als Geiseln für den Autobahnbau“, kritisiert Mützel. Als letzte Möglichkeit blieben auch kleinräumige Ortsumfahrungen.
Der VCD weist auf die erheblichen Umwelteingriffe hin, die mit der A44 verbunden sind. Bis heute sei ungeklärt, ob die Autobahn westlich von Lichtenau weitergebaut werden kann, ohne gegen europäisches Umweltrecht zu verstoßen.


Rückfragen beantwortet:

VCD Landesbüro:
Wilhelmsstraße 2
34117 Kassel
Internet: www.vcd.org/hessen/
Verkehrsreferent:
Martin Mützel
Tel. 0561-108310

 

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